Weihnachtsoratorium
CHF

Über das Programm
Eine der (Un-)Formen musikalischen Hörens unserer Zeit ist die Playlist. Musik zur Entspannung vor dem Schlafengehen, Musik zur Konzentration während des Lernens und Schreibens, Musik zum Wachwerden am Morgen, Musik für die sportliche Ertüchtigung, Musik für romantische Momente, Musik für die Autofahrt, Musik für das Yoga-Training, für den Regentag oder den Tag am Strand und Musik für die Motivation beim Putzen – zusammengestellt von Algorithmen, die vorauszuahnen meinen, welche Höreindrücke zu welcher Zeit und Gelegenheit uns am besten optimieren oder in die je angemessene Stimmung versetzen.
Auch Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium ist – technisch gesprochen – anlassbezogene Musik, die zu einer ganz bestimmten Phase des Jahres erklingt. Erstmals zwischen dem 25. Dezember 1734 und dem 6. Januar 1735 in Leipzig aufgeführt, besteht die in Musik gefasste Weihnachtsgeschichte aus sechs Teilen, die jeweils für einen bestimmten Tag geschrieben wurden: Der erste Teil des Oratoriums, für den ersten Weihnachtsfeiertag vorgesehen, handelt von der Ankündigung der Geburt Jesu Christi. Teil zwei ist für den zweiten Weihnachtsfeiertag gedacht und beschäftigt sich mit der Anbetung der Hirten, während der dritte, für den 27. Dezember vorgesehene Teil die Geschichte der Weisen aus dem Morgenland erzählt. Die Komposition ist das populärste aller geistlichen Vokalwerke Bachs und bekannt für ihre festliche und feierliche Stimmung, die Bedeutung und Geist der Weihnachtszeit einzufangen versucht. Doch war Bach – einerseits, weil die «Parodieverfahren» genannte Wiederverwendung von musikalischem Material während des Barocks üblich war, andererseits aufgrund seines enormen Arbeitspensums – nicht nur Vielschreiber, sondern auch Pragmatiker: Und so komponierte Bach die Musik nur zum Teil neu, entnahm viele Chöre und Arien zuvor entstandenen weltlichen Werken und passte diese dem neuen Anlass an. Dass Musik in unterschiedlichen Kontexten funktionieren kann, ist daran zu erkennen – was wiederum keinesfalls von ihrer Beliebigkeit zeugt, sondern ihre Variabilität und Wandelbarkeit zeigt.
Das Konzert mit den Voces Suaves und dem Swiss Orchestra, in dem die Teile I & III erklingen, ist verbunden mit einem offenen Singen. Im Anschluss gibt es einen Umtrunk mit Glühwein auf der Piazza Gottardo. Das Konzert findet in Kooperation mit der Kulturkommission Andermatt statt, Einheimische und Zweitwohnungsbesitzende erhalten bei Ticketbuchungen im Tourismusbüro 50% Rabatt.
Besetzung
SWISS ORCHESTRA
VOCES SUAVES,Chor und Soli
LENA-LISA WÜSTENDÖRFER, Leitung
Konzertprogramm
JOHANN SEBASTIAN BACH (1685–1750)
«Weihnachtsoratorium» BWV 248 (Teile I & III)

Konzerthalle
Andermatt
Anfahrt
Details zur Anreise finden Sie auf der Website von ANDERMATT MUSIC.
Barrierefreiheit
Die Andermatt Konzerthalle ist barrierefrei zugänglich. Rollstuhltickets erhalten Sie per E-Mail an info@andermattmusic.ch oder bei den Andermatt Alpine Apartments unter der +41 41 888 78 00.
Menschen mit eingeschränkter Mobilität werden die Sitzplätze auf dem Balkon empfohlen. Bei Kammermusikkonzerten und Konzerten mit Neuer Volksmusik wird in der Regel nicht tribüniert bestuhlt: Hier sind sämtliche Plätze stufenlos erreichbar.
Die Andermatt Konzerthalle verfügt über eine induktive Höranlage.
Garderobe
Abendkasse
Die Abendkasse öffnet 1 Stunde vor Konzertbeginn.
Einlass
Einlass in den Konzertsaal ist 30 Minuten vor Konzertbeginn. Verspäteter Einlass ist nur während des Applaus zwischen den Stücken und auf Anleitung des Saalpersonals möglich.
Ermässigungen
Ermässigungen gibt es für Kinder, Schüler*innen, Studierende und Lernende, für Urner*innen, Owner sowie Mitglieder des GotthardMemberClub. Details über die Vergünstigungen finden Sie hier.
Das Basler Vokalensemble Voces Suaves pflegt die historisch informierte Aufführung von Musik der Renaissance und des Barock in solistischer Besetzung. Sein warmer und voller Klang verbunden mit einer nuancierten musikalischen Rhetorik machen die Interpretationen des Ensembles unverwechselbar und die Musik emotional unmittelbar erlebbar.
Das 2012 von Tobias Wicky gegründete Ensemble besteht aus einem Kern von acht professionellen Sängerinnen und Sängern, von denen die meisten einen Bezug zur Schola Cantorum Basiliensis haben. Seit 2016 arbeiten die Ensemblemitglieder ohne einen festen musikalischen Leiter und erarbeiten ihre Programme im Kollektiv. So ist der Gestaltungswille jedes einzelnen Mitglieds gefordert und alle tragen gleichermassen die künstlerische Verantwortung. Die Besetzung variiert je nach Programm. Bei Bedarf werden Instrumentalisten hinzugezogen. Einladungen führten und führen Voces Suaves zu bedeutenden Festivals in ganz Europa, unter anderem zum Festival d’Ambronay, zum Ravenna Festival, Festival Oude Muziek Utrecht, Oslo Internasjonale Kirkemusikkfestival, Festival Misteria Paschalia Krakow, an die Staatsoper Berlin und zu den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Von 2014 bis 2016 war das Ensemble Teil des europäischen Förderprogramms „eeemerging, Emerging European Ensembles Project“. Kooperationen bestehen mit renommierten Ensembles wie dem Ensemble Concerto Scirocco, der Akademie für Alte Musik Berlin, dem Concerto Romano, Capriccio Stravaganza und dem Capricornus Consort Basel. Diese Kollaborationen ermöglichen die Aufführung von grösser besetzen Werken. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet Voces Suaves zudem mit den Organisten Michelle Vannelli, Jörg-Andreas Bötticher und Johannes Strobl.
Seit 2015 sind verschiedene Einspielungen von Voces Suaves bei den Labels claves records, Ambronay éditions, Arcana (Outhere Music) und Deutsche Harmonia Mundi erschienen und mit diversen internationalen Preisen ausgezeichnet worden (u.a. mit dem Diapason d’or, Diapason découverte, Choc de Classica).
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