Thu
1.1.26 17:00
Uhr
Langenthal
Stadttheater

Swiss Connections

CHF

62 / 52 / 44 / 38

alle konzerte
Tour #

Über das Programm

Unter dem Motto «Swiss Connections» nimmt Sie das Swiss Orchestra mit ins neue Jahr 2026 – und gleichzeitig auf eine musikalische Reise von der Schweiz über Paris nach Amerika, bei der sich die vermeintlichen Gegensätze einer als ‹tiefgründig› geltenden europäischen Musik und der amerikanischen Leichtigkeit der ‹Neuen Welt› auflösen. Um die Wende zum 20. Jahrhundert war eine Stadt wie Paris mit Fernzügen plötzlich ein gut erreichbares Ziel, und selbst New York lag dank Ozeandampfern nicht mehr in unwägbarer Ferne. Die Globalisierung machte auch vor der Musikszene nicht halt: So mancher junge Komponist konnte sein Glück in der Metropole versuchen und neben Sprache und Kultur auch in neue Musikstile eintauchen. Joseph Lauber, im luzernischen Ruswil geboren, studierte zunächst in Zürich, bevor es ihn nach Paris zog. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts siedelte er nach Genf über, wo er bald eine Professur am Konservatorium erhielt. Laubers Streichersuite «Les Automnales» entstand 1944 und zeichnet in vier bildstarken Sätzen das Leben im Herbst nach. In Genf studierten auch die Westschweizer Pierre Maurice und Ernest Bloch. Bloch verschlug es zunächst nach Paris, und bald noch viel weiter: Der Erfolg eines USA-Gastspiels liess ihn über den grossen Teich auswandern. 1941 liess er sich endgültig an der US-Westküste nieder, wo das Concerto grosso Nr. 2 entstand, dessen strenge barocke Form mit neuartigen Klangwelten gefüllt ist.

Während es europäische Komponisten in die USA zog, ging manch ein Amerikaner den umgekehrten Weg; denn wer in den 1920er-Jahren etwas werden wollte, musste in Paris bei Nadia Boulanger studiert haben. Auch der New Yorker Aaron Copland liess diesen Bildungsschritt nicht aus. Zurück in der Heimat machte er sich einen Namen als sinfonischer Jazzer, der – wie auch George Gershwin und Kurt Weill – scheinbar unvereinbare Musik zusammenbrachte. Mit ihrem Facettenreichtum und ihrer stilistischen Varianz ist die Klarinette die ideale Vermittlerin zwischen diesen musikalischen Welten, und so widmete Copland ihr eigenes Konzert. Solist in den Neujahrskonzerten des Swiss Orchestra ist der Zuger Klarinettist Reto Bieri, der u. a. in New York studiert hat und damit die schweizerisch-amerikanische Verbindung des Programms leibhaftig verkörpert.

Besetzung

RETO BIERI, Klarinette
SHERNIYAZ MUSSAKHAN
, Violine
ALEXANDER BOLDACHEV,
Harfe
SWISS ORCHESTRA
LENA-LISA WÜSTENDÖRFER
, Leitung

Konzertprogramm

JOSEPH LAUBER (1864–1952)
«Les Automnales» für Streichorchester

JULES MASSENET (1842–1912)
«Méditation» aus «Thaïs» (Violine solo: Sherniyaz Mussakhan)

PIERRE MAURICE (1868–1936)
Fugue instrumentale pour cordes, op. 20

AARON COPLAND (1900–1990)
Concerto for Clarinet and Orchestra

GEORGE GERSHWIN (1898–1937)
Promenade – Walking the Dog (arr. Reto Bieri)

KURT WEILL (1900–1950)
Youkali (arr. Reto Bieri)

Pause

ERNEST BLOCH (1880–1959)
Concerto grosso Nr. 2 für Streicher

CAMILLE SAINT-SAËNS (1835–1921)
Danse macabre (arr. und Harfe solo: Alexander Boldachev)

JOHANN STRAUSS (SOHN,1825–1899)
Annen-Polkaop. 117

JOHANN STRAUSS (VATER,1804–1849)
Radetzky-Marsch

  • 16:30
    Türöffnung
  • 17:00
    Konzertbeginn
  • 19:00
    ungefähres Konzertende
Spielort

Stadttheater

Langenthal

Anfahrt

MIT DEM AUTO
Parkhaus Theatersträsschen oder Parkplatz Wuhrplatz

Barrierefreiheit

Garderobe

Abendkasse

Öffnet jeweils 1 Stunde vor Veranstaltungsbeginn

Einlass

Ermässigungen

Reto Bieri, Klarinette

Der Schweizer Klarinettist Reto Bieri gehört als Solist, Kammermusiker, Kurator und in jüngster Zeit auch als Dirigent mit seinen Interpretationen von Werken unterschiedlichster Epochen und Stile, aber auch mit seinen eigenwilligen Konzertprogrammen, zu den faszinierendsten Musikerpersönlichkeiten unserer Tage. Als Klangpoet und Sonderling überschreitet Bieri Grenzen auf der Suche nach ausserordentlicher Wahrnehmung und besonderen Gestimmtheiten. So bezeichnete die *Luzerner Zeitung* Bieris Konzertprojekt «Out of the Box» anlässlich seines jüngsten Auftritts am Lucerne Festival als «den verrücktesten Beitrag des ganzen Festivals».

Geboren in Zug und aufgewachsen mit traditioneller Volksmusik, absolvierte Reto Bieri zunächst eine Ausbildung zum Grundschullehrer. Anschliessend studierte er an den Musikhochschulen in Basel und Zürich, später an der Juilliard School of Music in New York. Beeinflusst wurde er von den unterschiedlichsten Persönlichkeiten wie den Komponisten György Kurtág und George Crumb, dem Dirigenten Nikolaus Harnoncourt, den Musikern Eberhard Feltz und Heinz Holliger, Pater Werner Hegglin, Clown Dimitri und dem Schriftsteller Gerhard Meier. Reto Bieri ist mit renommierten Orchestern regelmässig zu Gast in bedeutenden Konzertsälen: zuletzt im Auditorio Nacional de Música in Madrid, in der Wigmore Hall London, im Southbank Center London, im Konzerthaus Wien, in der Philharmonie Essen, in der Elbphilharmonie Hamburg, im KKL Luzern, im Théâtre du Jeu de Paume in Aix-en-Provence, im Rumänischen Athenäum in Bukarest, in der Budapester Franz-Liszt-Musikakademie, im Concertgebouw Amsterdam und im Theater Basel. Beim Münchener Kult-Label ECM erscheinen seine CD-Aufnahmen, darunter das hochgelobte Album «quasi morendo» zusammen mit dem Meta4 Streichquartett aus Finnland. 2023 wurde Reto Bieri für sein Schaffen der Kulturpreis des Kantons Zug verliehen. Von 2013 bis 2018 war Reto Bieri Intendant des DAVOS FESTIVAL – young artists in concert (CH). Von 2012 bis 2022 unterrichtete er als Professor für Kammermusik an der Hochschule für Musik in Würzburg (D). 2022 folgte dann der Ruf an die Hochschule für Musik und Theater München (D), wo er seitdem als Professor für Kammermusik tätig ist.

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