Brilliant Fantasy
CHF
135 / 105 / 85 / 60 / 45

Über das Programm
Unter der Nummer 3’226 des französischen Patentamts wurde am 22. Juni 1846 das Schutzrecht für eine neuartige Instrumentenfamilie eingetragen – die des Saxophons. Ziel des belgischen Erfinders Adolphe Sax war es, ein auch in tiefen Lagen wohlklingendes Instrument zu entwickeln, das sich gleichzeitig bei Konzerten unter freiem Himmel durchzusetzen vermochte. Mit dem französischen Komponisten Hector Berlioz hatte das Saxophon einen frühen Fürsprecher, der dem Blasinstrument bescheinigte, in schnellen Passagen leicht beweglich, aber auch für «anmutige, religiöse und träumerische Cantilenen» geeignet zu sein. Zunächst vor allem für Militärkapellen vorgesehen, fand das Instrument im Jazz und zunehmend auch in der Unterhaltungsmusik Verbreitung. Zur steigenden Popularität des Saxophons trugen mehrere Umstände bei: Sein Klang liess sich für die frühen mechanischen und elektromechanischen Aufnahmeverfahren gut erfassen. Ausserdem war das Saxophon im frühen Tonfilm ebenso präsent wie in der bildenden Kunst – etwa in Otto Dix‘ «Grossstadt»-Triptychon. Nicht zuletzt aufgrund seiner organisch anmutenden Form entwickelte sich das Instrument zu einem ikonischen Emblem der Moderne. Gleichzeitig ist es im klassischen Konzertbetrieb nach wie vor eher eine Randerscheinung.
Im Konzert mit dem Swiss Orchestra und der französischen Saxophonistin Valentine Michaud steht das Saxophon nun im Mittelpunkt: Mit seinem wandelbaren und ausdrucksstarken Ton – mal weich und verträumt, mal scharf und durchdringend, mal melancholisch und klagend, mal leidenschaftlich oder verspielt – ist das Holzblasinstrument in der Lage, unterschiedliche Assoziationen und innere Bilder hervorzurufen: von nächtlichen Grossstadt-Szenen bis hin zu intimen, persönlichen Momenten. Das Neujahrskonzert steht sodann auch unter dem Motto «Brilliant Fantasy». Neben Alexander Glazunovs Saxophonkonzert steht die «Fantaisie Brillante» von François Borne auf dem Programm – ein virtuoses Stück mit bekannten Melodien aus der Oper «Carmen» von Georges Bizet. Neben zwei Streicherserenaden von Joseph Lauber und Antonín Dvořák sowie zwei Neujahrsklassikern von Johann Strauss Vater und Sohn erklingt ausserdem Frank Martins «Pavane couleur du temps»: eine Komposition, die ihren Namen einem Märchen von Charles Perrault verdankt, in dem eine Prinzessin der von ihr geforderten inzestuösen Hochzeit entgehen will, indem sie ein Kleid in der «Farbe eines Unwetters» – «couleur du temps orageux» – verlangt.
Besetzung
VALENTINE MICHAUD, Saxophon
SWISS ORCHESTRA
LENA-LISA WÜSTENDÖRFER, Leitung
Konzertprogramm
FRANK MARTIN
Pavane couleur du temps
JOSEPH LAUBER
Sérénade pour orchestre à cordes
ALEXANDER GLAZUNOV
Konzert Es-Dur für Altsaxophon und Streichorchester op. 109
FRANÇOIS BORNE
«Fantaisie Brillante sur des airs de Carmen»
ANTONÍN DVOŘÁK
Serenade E-Dur für Streichorchester op. 22
JOHANN STRAUSS (SOHN, 1825–1899)
Annen-Polka op. 117
JOHANN STRAUSS (VATER, 1804–1849)
Radetzky-Marsch
- 16:30Türöffnung
- 17:00Konzertbeginn
- 19:00ungefähres Konzertende
Konzerthalle
Andermatt
Anfahrt
Details zur Anreise finden Sie auf der Website von ANDERMATT MUSIC.
Barrierefreiheit
Die Andermatt Konzerthalle ist barrierefrei zugänglich. Rollstuhltickets erhalten Sie per E-Mail an info@andermattmusic.ch oder bei den Andermatt Alpine Apartments unter der +41 41 888 78 00.
Menschen mit eingeschränkter Mobilität werden die Sitzplätze auf dem Balkon empfohlen. Bei Kammermusikkonzerten und Konzerten mit Neuer Volksmusik wird in der Regel nicht tribüniert bestuhlt: Hier sind sämtliche Plätze stufenlos erreichbar.
Die Andermatt Konzerthalle verfügt über eine induktive Höranlage.
Garderobe
Abendkasse
Die Abendkasse öffnet 1 Stunde vor Konzertbeginn.
Einlass
Einlass in den Konzertsaal ist 30 Minuten vor Konzertbeginn. Verspäteter Einlass ist nur während des Applaus zwischen den Stücken und auf Anleitung des Saalpersonals möglich.
Ermässigungen
Ermässigungen gibt es für Kinder, Schüler*innen, Studierende und Lernende, für Urner*innen, Owner sowie Mitglieder des GotthardMemberClub. Details über die Vergünstigungen finden Sie hier.
Die aussergewöhnliche Saxophonistin Valentine Michaud verbindet musikalische Finesse mit einer einzigartigen künstlerischen Vision. Preisträgerin zahlreicher Auszeichnungen, gewann sie 2020 den renommierten Credit Suisse Young Artist Award. Als erste Saxophonistin, die als Solistin mit den Wiener Philharmonikern auftrat, gab sie 2022 beim Lucerne Festival unter der Leitung von Esa-Pekka Salonen ihr Debüt mit dem Wiener Orchester. Valentine ist regelmässig als Solistin bei renommierten Orchestern wie dem Orchestre de la Suisse Romande, der Philharmonie Zuidnederland, dem MDR Sinfonieorchester, der United States Navy Band, dem Moskauer Philharmonischen Orchester, der Sinfonia Varsovia, der Staatskapelle St. Petersburg und dem Dänischen Radio-Sinfonieorchester zu Gast. In der Saison 2024/25 war Valentine Solistin in Residence beim Orchestre de la Suisse Romande und gab mehr als 25 Konzerte unter der Leitung von Jonathan Nott, Giuseppe Mengoli oder Zofia Kiniorska.
Überzeugt davon, dass die Zusammenarbeit mit anderen Kunstformen einen grossen Mehrwert bietet, und bestrebt, neue Konzertformate zu entwickeln, ist Valentine Mitbegründerin des transdisziplinären Kollektivs SIBJA, in dem sie gemeinsam mit ihrem Bruder Emmanuel Michaud als künstlerische Leiterin tätig ist, als Instrumentalistin auftritt und Kostüme entwirft. Ihr Duo Akmi, zusammen mit ihrer Klavierpartnerin Akvilė Šileikaitė, konzertiert seit 2015 weltweit. Gemeinsam gibt das Duo regelmässig Werke bei Komponisten in Auftrag, sein Debütalbum «Beyond the Wall» erschien im November 2023 bei Avie Records. Seit 2022 tritt Valentine auch im Duo mit ihrem Bruder Gabriel Michaud am Schlagzeug auf. Die einzigartigen Programme verbinden Eigenkompositionen, Transkriptionen und Arrangements, das Debut-Album des Duos – «Oiseaux de Paradis» – erschien im September 2024. Valentine lebt seit 2010 in der Schweiz. Sie ist Absolventin der Haute École de Musique de Lausanne, der Université Paris IV Sorbonne und der Zürcher Hochschule der Künste und unterrichtet seit 2017 am Conservatoire Populaire de Musique de Genève. Seit September 2024 ist sie als Gastprofessorin am Royal Northern College of Music in Manchester tätig.
Für alle, die Schweizer Sinfonik nicht nur hören, sondern
leben
Exklusive Vorteile geniessen, Einblicke hinter die Kulisse bekommen & Gutes tun

