Sat
16.10.21 19:30
Uhr
Zürich
Tonhalle

Schatzkammer Schweizer Sinfonik

alle konzerte
Tour #
3

Über das Programm

Die Schönheit der Schweiz hat nicht nur Dichter inspiriert, sondern auch zahlreiche Komponisten aus dem In- und Ausland. Wir stellen vier Tonschöpfer vor, die sich in der Schweiz begegnet sind und deren Biographien eng miteinander verwoben sind.

Der Konzertabend eröffnet mit Felix Mendelssohns Ouvertüre zum «Märchen von der schönen Melusine». Das 1833 als Geburtstagsgeschenk für seine Schwester Fanny entstandene Werk behandelt die Sage um die Meerjungfrau Melusine und zeigt den Komponisten auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Mendelssohn bereiste während seines Lebens gleich drei Mal die Schweiz. Von seinen Eltern bereits als 13-Jähriger mit der Deutschschweiz und Romandie bekannt gemacht, unternahm er 1831 auf eigene Faust eine ausgedehnte Wanderung von Vevey durch den Kanton Bern und die Innerschweiz nach St.Gallen. Von seiner Begeisterung für die Schweiz zeugen etwa Anklänge an Schweizer Volksthemen in zwei seiner Streichersinfonien.

1843 wurde Mendelssohn vom in Lachen (Kanton Schwyz) geborenen 22-jährigen Joachim Raff gebeten, dessen Kompositionen zu begutachten. Mendelssohn war von ihnen so angetan, dass er sie beim renommierten Verlag Breitkopf & Härtel empfahl, wo sie in der Folge erschienen. Raffs wohl populärstes Werk ist heute die Cavatina für Solo-Violine und Orchester. Die Orchesterlieder «Zwei Scenen» sowie «Traumkönig und sein Lieb», sind im Raffschen Oeuvre die einzigen grösseren Werke dieser Gattung und stellen wahre Trouvaillen dar. Laut dem Joachim Raff-Archiv kann davon ausgegangen werden, dass sie noch nie in der Schweiz aufgeführt wurden.

Mit Joachim Raff in reger Diskussion stand Richard Wagner, dessen in Zürich komponierte «Träume» aus den Wesendonck-Liedern nicht nur thematisch sondern auch kompositionshistorisch spannenden Hörvergleich zu Raffs Orchesterlied «Traumkönig und sein Lieb» bieten. Als politischer Flüchtling mit falschem Pass eingereist, liess Wagner sich – anfänglich in Zürich, dann in Luzern – für insgesamt mehr als 15 Jahre in der Schweiz nieder. Wie Mendelssohn kann auch Wagner als Zeuge der Anfänge eines alpinen Schweizer Tourismus gelten. Mit seinem Schwiegervater Franz Liszt erkundete Wagner auf zum Teil abenteuerliche Weise die damals noch kaum touristisch erschlossenen Berge. Wagners Bewunderung für die Schweizer Natur schlug sich nicht zuletzt auch darin nieder, dass ihm die Schweizer Berglandschaft als visuelle Inspirationsquelle einer Umgebung galt, in der er musikalisch die germanische Götterwelt verortete.

Der zweite Konzertteil führt nach Basel und präsentiert ein Schlüsselwerk von August Walter. Der 1821 in Stuttgart als Sohn eines Zuckerbäckers geborene Komponist und Dirigent August Walter kam als 25-Jähriger für ein Engagement als Dirigent nach Basel, welches ab diesem Zeitpunkt zu seinem Lebensmittelpunkt wurde. Im Basler Musikleben hochgeschätzt, wurde ihm 1884 «in Anerkennung seiner Leistungen auf dem Gebiete der Tonkunst in ehrenvoller Weise» das Basler Bürgerrecht verliehen. Obschon Walters Sinfonie in Es-Dur in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum kontinuierlich aufgeführt wurde und als eines seiner Hauptwerke gilt, ist sie heute gänzlich aus den Konzertsälen verschwunden. Eine weitere Entdeckung, die die Schatzkammer Schweizer Sinfonik bietet.

Besetzung

SWISS ORCHESTRA
LENA-LISA WÜSTENDÖRFER, Leitung
MARIE-CLAUDE CHAPPUIS,
Mezzosopran

Konzertprogramm

FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY (1809 – 1847)
Ouvertüre zu «Das Märchen von der schönen Melusine», op. 32

JOSEPH JOACHIM RAFF (1822 LACHEN – 1882)
Zwei Scenen, op. 199 sowie «Traumkönig und sein Lieb», op.66
für Singstimme und Orchester

JOSEPH JOACHIM RAFF (1822 LACHEN – 1882)
Cavatina aus «Six Morceaux», op. 85 Nr. 3,
arrangiert für Violine und Orchester von Edmund Singer (1874)

RICHARD WAGNER (1813 – 1883)
«Träume» aus den Wesendonck-Liedern, Fassung für Violine und Orchester, WWV 91B

AUGUST WALTER (1821 – 1896 BASEL)
Sinfonie in Es-Dur, op. 9

Spielort

Tonhalle

Zürich

Anfahrt

MIT DEM ÖV
Tramlinien 6, 7, 8, 13, 17 bis Haltestelle Stockerstrasse
Tramlinien 2, 5, 8, 9, 11 bis Haltestelle Bürkliplatz
Buslinien 161, 165 bis Haltestelle Bürkliplatz

MIT DEM AUTO
Parkgarage Bleicherweg
Parkhaus Park Hyatt Zürich

Barrierefreiheit

Die Tonhalle Zürich ist barrierefrei zugänglich. Das Saalgeschoss der Grossen und Kleinen Tonhalle ist über einen Lift erreichbar, welcher sich zwischen Eingangshalle und Vestibül auf der linken Seite befindet.

PARKPLÄTZE
Es gibt 8 Parkplätze für Menschen mit Rollstuhl an der Gotthardstrasse, 6 davon befinden sich direkt rechts vom Eingang zur Tonhalle Zürich (Eingang T) und 2 davon auf der gegenüberliegenden Strassenseite.

ROLLSTUHLPLÄTZE
In der Grossen Tonhalle stehen 8 Rollstuhlplätze im Parkett zur Verfügung.
In der Kleinen Tonhalle stehen 3 Rollstuhlplätze im Parkett zur Verfügung.
Begleitpersonen erhalten ein kostenloses Billett.
Bitte melden Sie sich spätestens vier Tage vor dem Konzertbei der Billettkasse an, per E-Mail oder unter +41 44 206 34 34.

SEHBEEINTRÄCHTIGUNGEN
Konzertbesucher*innen mit Sehbeeinträchtigungen, die mit einer Begleitperson anreisen, erhalten für die Begleitperson ein kostenloses Billett. Konzertbesucher*innen mit Sehbeeinträchtigungen, die ohne Begleitperson anreisen, werden auf Wunsch von einem Mitarbeitenden der TGZ vom Eingang zum Sitzplatz begleitet und nach dem Konzert wieder abgeholt. Bitte melden Sie sich spätestens vier Tage vor dem Konzertbei der Billettkasse an, per E-Mail oder unter +41 44 206 34 34.

FÜHR- ODER ASSISTENZHUNDE
Führhunde können während des Konzertes sicher und komfortabel in einer Hundebox bei der Garderobe untergebracht werden. Für dieMitnahme von Assistenzhunden kontaktieren Sie bitte das Team der Billettkasse, damit wir gemeinsam eine Lösung finden können. Bitte melden Sie sich spätestens vier Tage vor dem Konzertbei der Billettkasse an, per E-Mail oder unter +41 44 206 34 34.

Garderobe

Abendkasse

Einlass

Ermässigungen

Schüler*innen, Studierende und Auszubildende bis 30 Jahre sowie Kulturlegi-Inhaber*innen erhalten 50% Ermässigung.

Marie-Claude Chappuis, Mezzosopran

Marie-Claude Chappuis singt regelmässig unter der Leitung von berühmten Dirigenten wie Riccardo Chailly, Daniel Harding, Emmanuelle Haïm, René Jacobs, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Jonathan Nott und Christophe Rousset, um nur einige zu nennen. Zu den Meilensteinen ihrer bisherigen Karriere zählen «Idomeneo» (Idamante), inszeniert und dirigiert von Nikolaus Harnoncourt in Graz und Zürich, Giovanni Paisiellos «Il Matrimonio Inaspettato» (Contessa) unter Riccardo Muti bei den Salzburger Festspielen, «La Damnation de Faust» (Marguerite) unter Sir Roger Norrington in Leipzig und «L’incoronazione di Poppea» (Ottavia) an der Berliner Staatsoper und am Brüsseler La Monnaie. Ausserdem ist sie zu Gast am Maggio Fiorentino, am Theater an der Wien, am Opernhaus Zürich, am Théâtre des Champs-Elysées in Paris, am Teatro alla Scala, am Teatro Real in Madrid und am Grand Théâtre de Genève.

Ebenso aktiv ist sie auf der Konzertbühne und sang kürzlich mit dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Orchestre de la Suisse Romande, dem Giardino Armonico, dem London Philharmonic Orchestra und den Wiener Philharmonikern. Ihre vielseitige Diskographie umfasst Bachs «Matthäus-Passion» mit Riccardo Chailly (Decca), «La Clemenza di Tito» (Annio) mit René Jacobs (erschienen bei Harmonia Mundi und nominiert für einen Grammy Award), Telemanns «Brockes-Passion» und Mozarts «Requiem» mit dem Freiburger Barockorchester und René Jacobs (Harmonia Mundi 2017), Beethovens «Neunte Sinfonie» unter der Leitung von Giovanni Antonini (Sony 2018) sowie Solo-Alben mit dem Lautenisten Luca Pianca («Sous l’empire d’Amour» — Deutsche Harmonia Mundi 2017) und Volkslieder aus der Schweiz («Au coeur des Alpes» — Sony Classical 2018). Gerade erschienen: J.S. Bachs «Messe in h-Moll» mit der Akademie für alte Musik Berlin, dem RIAS Kammerchor und René Jacobs (Harmonia Mundi) sowie «Les Fables de La Fontaine» mit La Chapelle Harmonique (B-Records).

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