Schatzkammer Schweizer Sinfonik
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Über das Programm
Die Schönheit der Schweiz hat nicht nur Dichter inspiriert, sondern auch zahlreiche Komponisten aus dem In- und Ausland. Wir stellen vier Tonschöpfer vor, die sich in der Schweiz begegnet sind und deren Biographien eng miteinander verwoben sind.
Der Konzertabend eröffnet mit Felix Mendelssohns Ouvertüre zum «Märchen von der schönen Melusine». Das 1833 als Geburtstagsgeschenk für seine Schwester Fanny entstandene Werk behandelt die Sage um die Meerjungfrau Melusine und zeigt den Komponisten auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Mendelssohn bereiste während seines Lebens gleich drei Mal die Schweiz. Von seinen Eltern bereits als 13-Jähriger mit der Deutschschweiz und Romandie bekannt gemacht, unternahm er 1831 auf eigene Faust eine ausgedehnte Wanderung von Vevey durch den Kanton Bern und die Innerschweiz nach St.Gallen. Von seiner Begeisterung für die Schweiz zeugen etwa Anklänge an Schweizer Volksthemen in zwei seiner Streichersinfonien.
1843 wurde Mendelssohn vom in Lachen (Kanton Schwyz) geborenen 22-jährigen Joachim Raff gebeten, dessen Kompositionen zu begutachten. Mendelssohn war von ihnen so angetan, dass er sie beim renommierten Verlag Breitkopf & Härtel empfahl, wo sie in der Folge erschienen. Raffs wohl populärstes Werk ist heute die Cavatina für Solo-Violine und Orchester. Die Orchesterlieder «Zwei Scenen» sowie «Traumkönig und sein Lieb», sind im Raffschen Oeuvre die einzigen grösseren Werke dieser Gattung und stellen wahre Trouvaillen dar. Laut dem Joachim Raff-Archiv kann davon ausgegangen werden, dass sie noch nie in der Schweiz aufgeführt wurden.
Mit Joachim Raff in reger Diskussion stand Richard Wagner, dessen in Zürich komponierte «Träume» aus den Wesendonck-Liedern nicht nur thematisch sondern auch kompositionshistorisch spannenden Hörvergleich zu Raffs Orchesterlied «Traumkönig und sein Lieb» bieten. Als politischer Flüchtling mit falschem Pass eingereist, liess Wagner sich – anfänglich in Zürich, dann in Luzern – für insgesamt mehr als 15 Jahre in der Schweiz nieder. Wie Mendelssohn kann auch Wagner als Zeuge der Anfänge eines alpinen Schweizer Tourismus gelten. Mit seinem Schwiegervater Franz Liszt erkundete Wagner auf zum Teil abenteuerliche Weise die damals noch kaum touristisch erschlossenen Berge. Wagners Bewunderung für die Schweizer Natur schlug sich nicht zuletzt auch darin nieder, dass ihm die Schweizer Berglandschaft als visuelle Inspirationsquelle einer Umgebung galt, in der er musikalisch die germanische Götterwelt verortete.
Der zweite Konzertteil führt nach Basel und präsentiert ein Schlüsselwerk von August Walter. Der 1821 in Stuttgart als Sohn eines Zuckerbäckers geborene Komponist und Dirigent August Walter kam als 25-Jähriger für ein Engagement als Dirigent nach Basel, welches ab diesem Zeitpunkt zu seinem Lebensmittelpunkt wurde. Im Basler Musikleben hochgeschätzt, wurde ihm 1884 «in Anerkennung seiner Leistungen auf dem Gebiete der Tonkunst in ehrenvoller Weise» das Basler Bürgerrecht verliehen. Obschon Walters Sinfonie in Es-Dur in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum kontinuierlich aufgeführt wurde und als eines seiner Hauptwerke gilt, ist sie heute gänzlich aus den Konzertsälen verschwunden. Eine weitere Entdeckung, die die Schatzkammer Schweizer Sinfonik bietet.
Besetzung
SWISS ORCHESTRA
LENA-LISA WÜSTENDÖRFER, Leitung
MARIE-CLAUDE CHAPPUIS, Mezzosopran
Konzertprogramm
FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY (1809 – 1847)
Ouvertüre zu «Das Märchen von der schönen Melusine», op. 32
JOSEPH JOACHIM RAFF (1822 LACHEN – 1882)
Zwei Scenen, op. 199 sowie «Traumkönig und sein Lieb», op.66
für Singstimme und Orchester
JOSEPH JOACHIM RAFF (1822 LACHEN – 1882)
Cavatina aus «Six Morceaux», op. 85 Nr. 3,
arrangiert für Violine und Orchester von Edmund Singer (1874)
RICHARD WAGNER (1813 – 1883)
«Träume» aus den Wesendonck-Liedern, Fassung für Violine und Orchester, WWV 91B
AUGUST WALTER (1821 – 1896 BASEL)
Sinfonie in Es-Dur, op. 9
Festsaal Kloster
Muri
Anfahrt
MIT DEM ÖV
Vom Bahnhof Muri zu Fuss ca. 6 Minuten
Bus 343 bis Marktgasse
MIT DEM AUTO
Parkplätze sind in unmittelbarer Nähe vorhanden
Barrierefreiheit
ROLLSTUHL
Die Klosterkirche und der Festsaal sind rollstuhlgängig.
Im Singisenflügelist im dritten Stock eine rollstuhlgängige Toilette vorhanden. Diese ist mit dem Lift erreichbar.
HÖRBEHINDERUNG
Die Ausstellungen verfügen über keine induktive Höranlage.
SEHBEHINDERUNG
Führhunde sind bei Murikultur willkommen. Es gibt keine Beschriftung in Braille.
Garderobe
Abendkasse
Die Konzertkasse öffnet in der Regel eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn.Die Bezahlung mit Karte ist nicht möglich – die Tickets müssen bar oder mit TWINT bezahlt werden.
Einlass
Ermässigungen
Marie-Claude Chappuis singt regelmässig unter der Leitung von berühmten Dirigenten wie Riccardo Chailly, Daniel Harding, Emmanuelle Haïm, René Jacobs, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Jonathan Nott und Christophe Rousset, um nur einige zu nennen. Zu den Meilensteinen ihrer bisherigen Karriere zählen «Idomeneo» (Idamante), inszeniert und dirigiert von Nikolaus Harnoncourt in Graz und Zürich, Giovanni Paisiellos «Il Matrimonio Inaspettato» (Contessa) unter Riccardo Muti bei den Salzburger Festspielen, «La Damnation de Faust» (Marguerite) unter Sir Roger Norrington in Leipzig und «L’incoronazione di Poppea» (Ottavia) an der Berliner Staatsoper und am Brüsseler La Monnaie. Ausserdem ist sie zu Gast am Maggio Fiorentino, am Theater an der Wien, am Opernhaus Zürich, am Théâtre des Champs-Elysées in Paris, am Teatro alla Scala, am Teatro Real in Madrid und am Grand Théâtre de Genève.
Ebenso aktiv ist sie auf der Konzertbühne und sang kürzlich mit dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Orchestre de la Suisse Romande, dem Giardino Armonico, dem London Philharmonic Orchestra und den Wiener Philharmonikern. Ihre vielseitige Diskographie umfasst Bachs «Matthäus-Passion» mit Riccardo Chailly (Decca), «La Clemenza di Tito» (Annio) mit René Jacobs (erschienen bei Harmonia Mundi und nominiert für einen Grammy Award), Telemanns «Brockes-Passion» und Mozarts «Requiem» mit dem Freiburger Barockorchester und René Jacobs (Harmonia Mundi 2017), Beethovens «Neunte Sinfonie» unter der Leitung von Giovanni Antonini (Sony 2018) sowie Solo-Alben mit dem Lautenisten Luca Pianca («Sous l’empire d’Amour» — Deutsche Harmonia Mundi 2017) und Volkslieder aus der Schweiz («Au coeur des Alpes» — Sony Classical 2018). Gerade erschienen: J.S. Bachs «Messe in h-Moll» mit der Akademie für alte Musik Berlin, dem RIAS Kammerchor und René Jacobs (Harmonia Mundi) sowie «Les Fables de La Fontaine» mit La Chapelle Harmonique (B-Records).
Für alle, die Schweizer Sinfonik nicht nur hören, sondern
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