Schweizer Sinfonik im Fokus
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Über das Programm
Der Winterthurer Johann Carl Eschmann studierte unter anderem bei Felix Mendelssohn Bartholdy und Ignaz Moscheles in Leipzig bevor er in seiner Heimatstadt sowie Schaffhausen und Zürich als Klavierlehrer und Komponist wirkte. Er gehörte zum engeren Freundeskreis Richard Wagners und war mit Johannes Brahms befreundet, der ihn als Komponisten sehr schätzte. Eschmanns Werke sind stilistisch von Robert Schumann und Felix Mendelssohn beeinflusst. Nichtsdestotrotz entwickelte er schon früh eine eigene Tonsprache mit unerwartet rhythmischen Feinheiten und harmonischen Wendungen. Seine Grosse Konzert-Ouvertüre, entstanden 1847, ist eine seiner frühen Kompositionen und blieb (leider) sein einziges Werk für Orchester.
Im Gegensatz zu Eschmann gehört der Westschweizer Frank Martin zu den bekannteren Persönlichkeiten unter den Schweizer Komponisten. Auf Wunsch seiner Eltern begann er zunächst Mathematik und Physik in Genf zu studieren, widmete sich jedoch immer stärker und schliesslich ganz der Komposition. In Genf arbeitete er in der Folge eng mit Emile Jaques-Dalcroze zusammen und gründete zur Pflege der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts die dortige «Société de musique de chambre». Neben grossen Vokalwerken schuf Martin anspruchsvolle Instrumentalmusik. So die «Trois Danses» für Oboe, Harfe, Streichquintett und Streichorchester, die mit Flamenco-Rhythmen spielen. Die «Trois Danses» wurden am 9. Oktober 1970 in Zürich unter der Leitung von Paul Sacher und den Solisten Heinz und Ursula Holliger uraufgeführt.
Die in der zweiten Konzerthälfte erklingende 3. Symphonie von Johannes Brahms schlägt eine Brücke zum romantischen Konzertbeginn. Die 3. Symphonie entstand 1883 und fällt damit in die Zeit des sogenannten «Musikstreits» zwischen Vertretern der Neudeutschen Schule, die in sinfonischer Dichtung und Programmmusik die Zukunft der Musik sahen und Verfechtern der «absoluten» Musik, die Kompositionen frei von aussermusikalischen Inhalten vertraten und zu denen auch Brahms zählte. Letztere vertraten die Auffassung, dass Musik nicht an programmatischen Aussagen, sondern allein an innermusikalischen künstlerischen Ansprüchen gemessen werden solle, wie es in der Wiener Klassik üblich war. Nicht verwunderlich, dass die Resonanz auf dieses Werk gespalten war. Während die einen es ablehnten, gerieten andere ins Schwärmen. So schreibt Antonín Dvořák an seinen Verleger Simrock «Welch herrliche Melodien sind da zu finden! Es ist lauter Liebe und das Herz geht einem dabei auf.» Und Clara Schumann schreibt an Brahms: «…jeder Satz ein Juwel! – Wie ist man von Anfang bis zu Ende umfangen von dem geheimnisvollen Zauber…»
Besetzung
SWISS ORCHESTRA
LENA-LISA WÜSTENDÖRFER, Leitung
HEINZ HOLLIGER, Oboe
ALICE BELUGOU, Harfe
FRÄNGGI UND MARIA GEHRIG, Special Guests
Konzertprogramm
JOHANN CARL ESCHMANN (1826–1882)
Grosse Konzert-Ouvertüre
FRANKMARTIN (1890–1974)
Trois Danses für Oboe, Harfe, Streichquintett und Streichorchester
JOHANNES BRAHMS (1833–1897)
Symphonie Nr. 3, op. 90
Stadtcasino
Basel
Anfahrt
MIT DEM ÖV
Vom Hauptbahnhof Basel zu Fuss ca. 10 Minuten
Tramlinien 3 / 6 / 8 / 11 / 14 / 15 / 16 / 17 bis «Barfüsserplatz»
MIT DEM AUTO
Parking Kunstmuseum Basel
Barrierefreiheit
ROLLSTUHLGÄNGIG
Das Stadtcasino Basel ist komplett rollstuhlgängig. Im Musiksaal wie auch im Hans Huber-Saal gibt es Plätze für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer in verschiedenen Kategorien. Sitzplätze für Begleitpersonen sind in unmittelbarer Nähe zu den Rollstuhlplätzen vorhanden.
Rollstuhlplätze können, je nach Verfügbarkeit, direkt bei den jeweiligen Veranstaltern gekauft werden.
Die entsprechenden sanitären Anlagen befinden sich im 1. Untergeschoss und sind mit dem Fahrstuhl erreichbar.
HÖRBEHINDERUNG
Die Plätze im Parkett des Musiksaals und des Hans Huber-Saals sind mit einer Induktionsschleife versehen.
Personen mit Hörgeräten können damit verstärkte Musik und Wortbeiträge drahtlos empfangen, sofern das eigene Hörgerät mit einem entsprechenden Empfangsgerät ausgestattet ist.
Bitte entnehmen Sie den Saalplänen vom Musiksaal und vom Hans Huber-Saal, die Sitzplätze mit idealem Wirkungsbereich der Höranlage.
SEHBEHINDERUNG
Begleithunde dürfen in beide Säle mitgebracht werden. Begleithunde dürfen aber auch gerne an der Garderobe auf die Besitzer:innen warten. Falls jemand Hilfe für den Zugang in den Saal benötigt, steht hierfür die Abendspielleitung gerne zur Verfügung.
Garderobe
Sie können Ihre Mäntel und Jacken gerne kostenlos an den dafür vorgesehenen Garderoben abgeben. Diese befinden sich im 1. Untergeschoss sowie im 1. Obergeschoss.
Handtaschen und Rucksäcke bis zu einer Grösse von 30 x 42 cm (A3) dürfen mit in den Saal genommen werden. Alle grösseren Taschen und Gepäckstücke, sowie andere sperrige Gegenstände müssen abgegeben werden. Instrumente, Kinderwagen, Stockschirme, etc. werden ebenfalls gerne an den Garderoben für Sie aufbewahrt.
Haustiere jeglicher Art sind im Stadtcasino Basel nicht erlaubt. Eine Ausnahme bilden Blindenführ- sowie Assistenzhunde.
Rollatoren dürfen in unmittelbarer Nähe der Saaltüren abgestellt werden. Das Saalpersonal hilft Ihnen gerne.
Abendkasse
Einlass
Die Türen des Stadtcasino Basel öffnen jeweils eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn; die Säle 30 Minuten davor.
Ermässigungen
Heinz Holliger gehört zu den vielseitigsten und aussergewöhnlichsten Schweizer Musikerpersönlichkeiten. Er gilt nicht nur als einer der weltweit wichtigsten Oboenvirtuosen, sondern ist auch einer der berühmtesten zeitgenössischen Schweizer Komponisten und
gefeierter Dirigent.
Geboren im bernischen Langenthal absolvierte Holliger seine Oboenstudien in Bern bei Emile Castagnaud und in Paris bei Pierre Pierlot. Seit 1963 tritt er freiberuflich als Solist auf und hat auf seinem Instrument neue Massstäbe gesetzt. Zeitgenössische Komponisten wie Hans Werner Henze, Krzysztof Penderecki, György Ligeti, Elliott Carter, Witold Lutoslawski, Karlheinz Stockhausen und Luciano Berio schrieben eigens Werke für ihn. So widmete ihm etwa auch der Genfer Frank Martin seine 1970 uraufgeführten «Trois Danses».
Heinz Holliger tritt zusammen mit den führenden Orchestern auf, darunter die Berliner Philharmoniker, das Cleveland Orchestra, das Concertgebouw Orchestra Amsterdam, das London Philharmonia Orchestra, die Wiener Symphoniker, die Wiener Philharmoniker, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die Frankfurter Symphoniker und das Tonhalle-Orchester Zürich.
Die Harfenistin Alice Belugou wurde 1991 in Rouen geboren. Sie begann ihr Studium an der Pariser Sorbonne und der Pôle Supérieur de Paris Boulogne-Billancourt, wechselte dann für den Master in Music Performance an die Haute École de Musique Lausanne zu Letizia Belmondo, wo sie 2015 den Spezialpreis für ausgezeichnete Masterkonzerte erhielt, und absolvierte anschliessend an der Basler Hochschule für Musik den Masterstudiengang in Musikpädagogik sowie den Minor Zeitgenössische Musik.
Sie besuchte Meisterkurse bei Isabelle Moretti, Fabrice Pierre, Catherine Michel, Frédérique Cambreling und Marie-Pierre Langlamet und arbeitete mit Komponisten wie Georges Aperghis, Mark André, Heinz Holliger, William Blank, Jennifer Walshe, Simon Steen-Andersen.
Seit 2015 trat sie an verschiedenen Festivals Europas als Solistin, Kammermusikerin und Orchestermusikerin auf: Lucerne Festival, Zeiträume, Archipel (CH), Manifeste (FR), New direction (SW), ON Köln (DE), Mikrotonalität Basel, Darmstädter Ferienkurse, Tage für neue Musik Zürich, Kontakte Berlin, festival Rümlingen (CH).
2017 gewann Alice ein Stipendium der Fritz Gerber Stiftung und 2018 den zweiten Preis beim DHF world harp competition.
Für alle, die Schweizer Sinfonik nicht nur hören, sondern
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