Heimatland! Schweizer Sinfonik
CHF
135 / 105 / 85 / 60/ 45
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Über das Programm
Manchmal muss man einfach etwas wagen. So wie Wolfgang Amadeus Mozart, als er 1781 seine sichere Anstellung in Salzburg aufgab, um in Wien freischaffend vom Komponieren und Konzertieren zu leben. Das Klavierkonzert Nr. 12 entstand in dieser Umbruchszeit, als Mozart schon erste Erfolge verzeichnen konnte, aber noch lange nicht etabliert war. Also schuf er 1782 ein Werk, das ein «Mittelding zwischen zu schwer und zu leicht» sein sollte, damit «auch Kenner allein Satisfaction erhalten – doch so – dass die Nichtkenner damit zufrieden sein müssen, ohne zu wissen warum.» Um sein Stück auch an privat musizierende Laien bringen zu können, legte Mozart das Klavierkonzert so an, dass zur Begleitung auch ein Streichquartett ausreichend wäre. Ausserdem erhoffte er sich, durch Subskriptions-Angebote zu vier Dukaten (ähnlich dem heutigen Crowdfunding) seine Stücke von Mäzenen mitfinanzieren zu lassen. Dies gelang ihm nur bedingt, die Uraufführung des Werks war dennoch ein Erfolg. Und Mozarts Wagemut wurde belohnt: 1785 finanzierte sich das Klavierkonzert Nr. 20 in d-Moll allein durch die inzwischen etablierten Subskriptionskonzerte, bei denen Mozart selbst in die Tasten griff – kaum war die Tinte auf dem Notenpapier getrocknet. Der Meister war mittlerweile so gut im Geschäft, dass er seine Stücke ‹à la minute› fertigstellen musste. Das Wagnis Wien war aufgegangen.
Auch der türkische Pianist und Komponist Fazıl Say scheut keine Herausforderung, weder die couragierte Kritik an gesellschaftlichen Missständen in seiner Heimat noch die pianistischen Anforderungen auf der Konzertbühne: Say präsentiert in Andermatt gleich beide Klavierkonzerte, wobei sich die Nr. 20 in ihrem künstlerischen Anspruch eindeutig an Virtuosen statt an begabte Laien richtet. Gerahmt wird das Programm von Werken zweier fast vergessener Schweizer Komponisten: Joseph Lauber, geboren in Ruswil bei Luzern, aufgewachsen im Jura, schuf Ende des 19. Jahrhunderts ein beachtliches Œuvre, in dem immer wieder Eindrücke aus der alpinen Natur seiner Heimat aufblitzen. Der aus einer Graubündner Zuckerbäckerfamilie stammende Paul Juon kam in Moskau zur Welt und erfüllte sich seine Sehnsucht nach der Schweiz erst im Alter. Doch vergass er sein Geburtsland nie, wie osteuropäischen Anklänge in Form einer «Quasi Polka» im Andante seiner «Serenadenmusik» belegen. Lauber und Juon – nie gehört? Dann gehen auch Sie ein Wagnis ein und entdecken Unbekanntes neu.
Besetzung
FAZIL SAY, Klavier
SWISS ORCHESTRA
LENA-LISA WÜSTENDÖRFER, Leitung
Konzertprogramm
JOSEPH LAUBER
Suite romande
WOLFGANG AMADEUS MOZART
Klavierkonzert Nr. 12 A-Dur KV 414
Klavierkonzert Nr. 20 d-Moll KV 466
PAUL JUON
Eine Serenadenmusik op. 40
- 19:00Türöffnung
- 19:30Konzertbeginn
- 21:30ungefähres Konzertende
Konzerthalle
Andermatt
Anfahrt
Details zur Anreise finden Sie auf der Website von ANDERMATT MUSIC.
Barrierefreiheit
Die Andermatt Konzerthalle ist barrierefrei zugänglich. Rollstuhltickets erhalten Sie per E-Mail an info@andermattmusic.ch oder bei den Andermatt Alpine Apartments unter der +41 41 888 78 00.
Menschen mit eingeschränkter Mobilität werden die Sitzplätze auf dem Balkon empfohlen. Bei Kammermusikkonzerten und Konzerten mit Neuer Volksmusik wird in der Regel nicht tribüniert bestuhlt: Hier sind sämtliche Plätze stufenlos erreichbar.
Die Andermatt Konzerthalle verfügt über eine induktive Höranlage.
Garderobe
Abendkasse
Die Abendkasse öffnet 1 Stunde vor Konzertbeginn.
Einlass
Einlass in den Konzertsaal ist 30 Minuten vor Konzertbeginn. Verspäteter Einlass ist nur während des Applaus zwischen den Stücken und auf Anleitung des Saalpersonals möglich.
Ermässigungen
Ermässigungen gibt es für Kinder, Schüler*innen, Studierende und Lernende, für Urner*innen, Owner sowie Mitglieder des GotthardMemberClub. Details über die Vergünstigungen finden Sie hier.
Mit seinem aussergewöhnlichen pianistischen Vermögen berührt Fazıl Say seit mehr als fünfundzwanzig Jahren Publikum und Kritiker gleichermassen auf eine Weise, die in der zunehmend materialistischen und aufwändig organisierten Welt der klassischen Musik selten geworden ist. Konzerte mit diesem Künstler sind etwas anderes. Sie sind direkter, offener, aufregender, kurzum: Sie treffen ins Herz. Seit Beginn seiner Karriere hat er mit vielen namhaften amerikanischen und europäischen Orchestern sowie zahlreichen führenden Dirigenten zusammengespielt und dabei ein vielseitiges Repertoire aufgebaut, das von Bach über die Wiener Klassik (Haydn, Mozart und Beethoven) und die Romantik bis hin zur zeitgenössischen Musik reicht, einschliesslich seiner eigenen Kompositionen für Klavier. Gastspiele führten Fazıl Say in unzählige Länder auf allen fünf Kontinenten, und er tritt auch immer wieder als Kammermusiker auf.
Als Komponist hat Fazıl Say Auftragswerke für unter anderem das Boston Symphony Orchestra, das Orpheus Chamber Orchestra, die BBC, die Salzburger Festspiele, den WDR, die Münchner Philharmoniker, das Schleswig-Holstein Musik Festival, das Wiener Konzerthaus, die Dresdner Philharmonie und die Fondation Louis Vuitton geschrieben. Sein Schaffen umfasst u. a. sechs Symphonien, zwei Oratorien, verschiedene Solokonzerte sowie zahlreiche Klavier- und Kammermusikwerke.
Fazıl Say hat eine umfangreiche Diskografie mit über 50 Aufnahmen vorzuweisen, die bei Labels wie Teldec Classics, naïve und Warner Classics erschienen sind. Für sein Schaffen wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter vier ECHO Klassik Awards und einem Gramophone Classical Music Award. In der Saison 2025/26 erscheint mit «Mozart and Mevlana» ein bedeutendes neues Werk Says – ein eindrucksvoller musikalischer Dialog zwischen Ost und West. Zudem veröffentlicht Say seine eigenen Kompositionen weiterhin auf seinem Label ACM. Sein aktuelles Album «Oiseaux Tristes», das 2024 bei Warner Classics erschienen ist, wurde 2025 mit dem OPUS KLASSIK in der Kategorie «Solistische Einspielung Instrument des Jahres» ausgezeichnet.
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