Wed
13.11.24 19:30
Uhr
Zürich
Tonhalle

Divine Swiss Classics

alle konzerte
Tour #
10

Über das Programm

Es ist ja völlig klar: Musik besteht aus Tönen. Im Zentrum dieses Konzerts steht der geläufigste und vielleicht auch banalste – das C, zentrale Taste jeder Klaviatur sowie natürlicher Grenzpunkt unserer Tonskala (C2–c5). C-Dur wird oft als eine Tonart der Heiterkeit, Klarheit, Leichtigkeit und Universalität wahrgenommen und mit Freude, Glück und Optimismus assoziiert. So ist es nicht verwunderlich, dass Mozarts wohl beliebteste und bekannteste Sinfonie in C-Dur nachträglich den Beinamen «Jupiter-Sinfonie» erhielt: einerseits aufgrund der majestätischen Aura und Pracht der Musik, andererseits durch die Tatsache, dass es sich bei dieser Sinfonie um Mozarts letztes Werk dieser Gattung handelt. Die Musikgeschichtsschreibung er- oder ver-klärte dieses Werk zum krönenden Abschluss der Mozartschen Sinfonik und sprach ihm göttliche Vollkommenheit zu – sein Werk: strahlend und lichtdurchflutet.

Auch Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 endet in heiterem C-Dur, doch die vorherrschende Tonart des Werks ist c-Moll, das oft mit einer ernsten und düsteren Stimmung in Verbindung gebracht wird. Dies verleiht der Musik eine von Trauer, Nachdenklichkeit und dramatischer Intensität geprägte Atmosphäre, die dennoch Kraft und Stärke ausstrahlt. Vorbild für die Wahl dieser dem strahlenden C-Dur entgegengesetzten Tonart könnte Mozart gewesen sein, dessen von Beethoven sehr geschätztes Klavierkonzert KV 491 ebenfalls in c-Moll steht.

Den Solopart, den Beethoven übrigens erst nach der Uraufführung fertiggestellt hat, übernimmt im Konzertdes Swiss Orchestra der international tätige Pianist Teo Gheorghiu, dessen Spiel «durch seine Brillanz, Leichtigkeit und Farben fasziniert». Bereits mit zwölf Jahren hatte er in der Tonhalle Zürich debütiert, heute – 20 Jahre später– gehört er zu den etabliertesten und gefragtesten Klaviervirtuosen der Schweiz.

Inspiriert von der Vorstellung, dass Bäume untereinander kommunizieren können, hat die Schaffhauser Komponistin Helena Winkelman mit «Tree Talk» Musik geschaffen, die das Verhältnis dieser Pflanzen zu der sie umgebenden Natur musikalisch festzuhalten versucht: Wie sich der Baum dem Verlauf der Jahreszeitenausgesetzt sieht, verändern sich in Winkelmans Stück im Spiel mit Obertönen, Klangfarben und Bewegungen. Die Solocelli fächern mit ihren leer gespielten Saiten gleichsam den harmonischen Raum auf: Eine Grundtonart ist nicht festzumachen, jedoch ein stetes Changieren des Klangs. Hingegen stellt die Ouvertüre zu Konrad Adolf Dyhrns Tragödie «Konradin» des Komponisten Friedrich Theodor Fröhlich erneut c-Moll ins Zentrum und zeigt im Zusammenspiel mit den anderen Werken die Vielfalt und Ausdrucksstärke von Musik. Ausgehend vom Grundton C entfalten sich musikalische Räume, die vielfältigste Gefühle auszulösen in der Lage sind: Von melancholischer Traurigkeit zu strahlendem Glück.

Das Konzert vom 13. November 2024 in der Tonhalle Zürich wird von Radio SRF 2 Kultur mitgeschnitten und am Donnerstag 26. Dezember 2024 um 20 Uhr in der Sendung «Im Konzertsaal» ausgestrahlt. Nachhören können Sie diese auch in der App «Play SRF».

Besetzung

TEO GHEORGHIU, Klavier
SWISS ORCHESTRA
LENA-LISA WÜSTENDÖRFER,
Leitung

Konzertprogramm

FRIEDRICH THEODOR FRÖHLICH (1803 BRUGG – 1836 AARAU)
Ouvertüre zu Dyhrns «Konradin»

LUDWIG VAN BEETHOVEN (1770–1827)
Konzert für Klavier Nr. 3 c-Moll op. 37

HELENA WINKELMAN (* 1974 SCHAFFHAUSEN)
«Tree Talk» für 2 Celli und Streichorchester

WOLFGANG AMADEUS MOZART (1756–1791)
Sinfonie Nr. 41 C-Dur KV 551 («Jupiter»)

Spielort

Tonhalle

Zürich

Anfahrt

MIT DEM ÖV
Tramlinien 6, 7, 8, 13, 17 bis Haltestelle Stockerstrasse
Tramlinien 2, 5, 8, 9, 11 bis Haltestelle Bürkliplatz
Buslinien 161, 165 bis Haltestelle Bürkliplatz

MIT DEM AUTO
Parkgarage Bleicherweg
Parkhaus Park Hyatt Zürich

Barrierefreiheit

Die Tonhalle Zürich ist barrierefrei zugänglich. Das Saalgeschoss der Grossen und Kleinen Tonhalle ist über einen Lift erreichbar, welcher sich zwischen Eingangshalle und Vestibül auf der linken Seite befindet.

PARKPLÄTZE
Es gibt 8 Parkplätze für Menschen mit Rollstuhl an der Gotthardstrasse, 6 davon befinden sich direkt rechts vom Eingang zur Tonhalle Zürich (Eingang T) und 2 davon auf der gegenüberliegenden Strassenseite.

ROLLSTUHLPLÄTZE
In der Grossen Tonhalle stehen 8 Rollstuhlplätze im Parkett zur Verfügung.
In der Kleinen Tonhalle stehen 3 Rollstuhlplätze im Parkett zur Verfügung.
Begleitpersonen erhalten ein kostenloses Billett.
Bitte melden Sie sich spätestens vier Tage vor dem Konzertbei der Billettkasse an, per E-Mail oder unter +41 44 206 34 34.

SEHBEEINTRÄCHTIGUNGEN
Konzertbesucher*innen mit Sehbeeinträchtigungen, die mit einer Begleitperson anreisen, erhalten für die Begleitperson ein kostenloses Billett. Konzertbesucher*innen mit Sehbeeinträchtigungen, die ohne Begleitperson anreisen, werden auf Wunsch von einem Mitarbeitenden der TGZ vom Eingang zum Sitzplatz begleitet und nach dem Konzert wieder abgeholt. Bitte melden Sie sich spätestens vier Tage vor dem Konzertbei der Billettkasse an, per E-Mail oder unter +41 44 206 34 34.

FÜHR- ODER ASSISTENZHUNDE
Führhunde können während des Konzertes sicher und komfortabel in einer Hundebox bei der Garderobe untergebracht werden. Für dieMitnahme von Assistenzhunden kontaktieren Sie bitte das Team der Billettkasse, damit wir gemeinsam eine Lösung finden können. Bitte melden Sie sich spätestens vier Tage vor dem Konzertbei der Billettkasse an, per E-Mail oder unter +41 44 206 34 34.

Garderobe

Abendkasse

Einlass

Ermässigungen

Schüler*innen, Studierende und Auszubildende bis 30 Jahre sowie Kulturlegi-Inhaber*innen erhalten 50% Ermässigung.

Teo Gheorghiu, Klavier

Teo Gheorghiu geniesst in der Schweiz besondere Beliebtheit und hat sich in den vergangenen Jahren auf internationaler Ebene einen Namen gemacht. Das Magazin Piano News beschreibt ihn kürzlich als einen «famosen erwachsenen und intelligenten Pianisten». Sein Debüt gab Teo Gheorghiu zwölfjährig mit dem Klavierkonzert von Schumann in der Tonhalle Zürich. Seither hat er sich ein vielfältiges Repertoire erarbeitet und ist zusammen mit Orchestern wie dem Royal Philharmonic, Pittsburgh Symphony, Orquestra Sinfonica de Bilbao, Danish National Symphony, Tschaikowsky Sinfonieorchester Moskau und Tonhalle-Orchester Zürich aufgetreten. Eine regelmässige Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem Zürcher Kammerorchester und dem Musikkollegium Winterthur. Solorezitals führten ihn nicht nur in alle grossen Schweizer Städte, sondern auch nach London (Wigmore Hall), Hamburg (Elbphilharmonie), Tokio (Suntory Hall), Mailand (Societa del Quartetto) oder Santiago; zum Beethovenfest nach Bonn, ans Dvorák Festival in Prag, in den Louvre und zu Festivals in Bukarest, Gstaad, Verbier, Luzern und Mecklenburg-Vorpommern. 2020 starteten das Label Claves und Teo Gheorghiu eine langfristige Zusammenarbeit. Die erste CD mit dem Titel «Duende» wurde von Publikum und Presse enthusiastisch gefeiert.

Der 1992 geborene Teo Gheorghiu mit rumänischer Herkunft und Staatsbürgerschaften von Kanada und der Schweiz gewann 2004 den 1. Preis beim Internationalen Klavierwettbewerb von San Marino und im folgenden Jahr den 1. Preis beim Internationalen Franz Liszt Klavierwettbewerb in Weimar. 2010 wurde ihm vom Beethovenfest in Bonn den Beethoven-Ring verliehen. Den grössten Teil seines Lebens hat er in London verbracht, wo er bei Hamish Milne studierte. Heute lebt er wieder in der Schweiz.

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